Regeln

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Regeln

Ein Thema, das immer zur Sprache kommt, sind Regeln. Eltern wünschen sich Vorgaben, an die sie sich halten können. Wie lange darf mein Kind vor dem Bildschirm sein? Ab wann soll es ...

Ein Thema, das immer zur Sprache kommt, sind Regeln. Eltern wünschen sich Vorgaben, an die sie sich halten können. Wie lange darf mein Kind vor dem Bildschirm sein? Ab wann soll es ein Handy bekommen? Wann ist ein FB-Profil zu eröffnen? Ich und die meisten anderen, die im Bereich Medienkompetenz arbeiten, sind sich einig, dass es für diese Fragen keine klaren Antworten gibt. Ich nenne immer drei Gründe, warum es schwierig ist:

1)      Jeder Mensch ist anders hinsichtlich seines Charakters, seiner Entwicklung und seiner Neigungen. Dies macht es unmöglich zu sagen, ab welchen Alter jemand für was bereit ist. Ist das Kind risikofreudig und vertraut es sofort jedem und jeder, braucht es andere Regeln als bei einem zurückhaltenden ängstlichen Kind.

2)      Erziehungsstile sind so verschieden wie es auch die Eltern sind. Wie viel Schutz braucht ein Kind? Will man es in einer behüteten Welt aufwachsen lassen oder bereits früh an „die Welt“ gewöhnen? Dies ist nur einer von vielen Punkten, in welchen sich Erziehung unterscheiden kann. Beide Ansichten haben ihre Vor- und Nachteile, bedingen aber sehr unterschiedliche Regeln, auch in der Medienerziehung.

3)      Wir wissen es noch nicht. Gesichertes Wissen rund um die Neuen Medien existiert erst in Grundzügen. Daher ist es zurzeit noch schwierig, auf wissenschaftliche Erkenntnisse zurückzugreifen. Auch das Erfahrungswissen von Erziehenden entsteht erst. Halbwissen zu Grundsätzen zu machen und polemisch zu verbreiten, hilft niemandem.

Manchmal gebe ich als Diskussionsgrundlage die 3-6-9-12-Regel. Obwohl ich immer extra erwähne, dass es sich dabei um eine Orientierungshilfe handelt, stürzen sich Eltern darauf und nehmen sie als bare Münze. Schwierig finde ich dabei, dass eine Regel das wirklich Wichtige verhindert: das Aushandeln von Vereinbarungen mit den Kindern und Jugendlichen, also das Gespräch und den Dialog. Ich meine: Besser ist es, selbst Regeln zu vereinbaren, als welche zu übernehmen.

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